Hoya im Bann des Totenkopfs

Dr. Clemens Dillmann

Wahnsinn, Verderben, Untergang? Was kann die Macher von Hoya-Ohja dazu getrieben haben, einen Totenkopf auf T-Shirts und Hoodies abzubilden? (Siehe dazu unseren Shop)

Das fragte sich offenbar der Rat der Stadt als ein junger Student in der letzten Sitzung eben dieses Faktum berichtete. Ohne jetzt meiner erlernten Profession des Historikers freien Lauf zu lassen und eine mehrstündige Vorlesung zum Thema Totenköpfe in der Kunst auf die Samtgemeinde loszulassen, geht es kaum.
Oder vielleicht doch? Um es kurz zu machen: Es gibt eine Welt – und das ist die große weite, - in der der Totenkopf mehr ist als die drei schlichten Worte zu Beginn dieses Textes. Entsprechend gibt es die verschiedensten Totenkopfformen. Was würde der Rat zu Niki de Saint Phalle sagen: http://farm1.static.flickr.com/56/137814775_b69849ff02.jpg oder zu Subodh Gupta http://glimpsepa.com/wp-content/uploads/2010/08/skull-sculpture.jpg

Werke beider Künstler und zahlreiche andere Totenköpfe wurden übrigens letztes Jahr in Paris im Maillol-Museum gezeigt. Die stundenlange Vorlesung kann man sich ersparen, liest man die Worte der Kuratorin der Ausstellung, Patrizia Nitti: „Diese Vanitas-Werke sagen uns nicht nur, dass der Tod Teil des Lebens ist, sondern, dass wir unsere knappe Lebenszeit nutzen und jeden Tag auskosten sollen. So ist das Leben. Vanitas von Caravaggio bis Damien Hirst.“

Natürlich will sich Hoya-Ohja mit seinem Motiv nicht in auf eine Stufe mit diesen Künstlern stellen, allerdings hat auch unser Totenkopf mit unserem Logo darin etwas mit einem kraftvollen und ehrlichen Lebensbegriff zu tun. Nur wer das Dasein so nachhaltig und umfassend wie möglich akzeptiert und dementsprechend in der Form der Kunst darstellt, blendet den Tod nicht aus oder sieht ihn als etwas ausschließlich Negatives. Wenn der Tod morgen nicht mehr Teil unseres Dasein auf diesem Planeten wäre… wie lange würde es noch Leben geben?

Oder war es doch nur Spaß und Provokation den Totenschädel auf das Shirt zu bringen? „Dieser Schädel da war Yoricks Schädel, des Königs Spaßmacher.“ William Shakespeare, Hamlet, Prinz vom Dänemark, 5. Akt.

 

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